Die Dermatophytose ist eine infektiöse Krankheit, welche durch Pilze – der Gattungen Microsporum, Trichophyton und Epidermophyton – verursacht wird. Die Pilze ernähren sich von Keratin, einem Eiweiss, welches in der Haut, den Haaren und den Nägeln bei Menschen, sowie in der Haut, dem Fell und den Krallen bei Tieren vorhanden ist. Man schätzt, dass 10 bis 30% der Dermatophytosen beim Menschen in Stadtgebieten eine tierische Ursache haben.
Es handelt sich um eine der häufigsten bei Hunden und Katzen beobachteten zoonotischen Infektionen. Sie kann ebenfalls andere Tierspezies befallen, wie zum Beispiel das Meerschweinchen. Diese Pilze sind weltweit vorhanden, besonders in warmen und feuchten Regionen. Die Übertragung findet im Allgemeinen durch einfachen Kontakt mit einem infizierten Tier statt, seltener geschieht sie indirekt durch kontaminierte Gegenstände oder Flächen.
Die Symptome werden am häufigsten bei Jungtieren beobachtet. Die Tiere zeigen runde haarlose Areale auf der Haut mit krustigen, schuppigen, roten Bereichen. Die betroffenen Stellen können ebenfalls Juckreiz erzeugen. Adulte Tiere, insbesondere langhaarige Katzen, zeigen nicht unbedingt Symptome und stellen daher eine schwer identifizierbare Ansteckungsquelle dar.
Die Diagnose stützt sich auf die Symptome, eine mikroskopische Untersuchung einer Haut- oder Haarprobe, ein Antigennachweis sowie eine Pilzkultur. Gewisse Microsporum geben sich ebenfalls unter ultraviolettem Licht zu erkennen. In den meisten Fällen genügt das Immunsystem des Tieres, um die Krankheit zu besiegen; man redet von einer selbstlimitierenden Krankheit. Eine Behandlung erweist sich trotzdem als angebracht, um die Heilung zu beschleunigen und um das Ausbreitungsrisiko zu begrenzen.

© Abteilung klinische Dermatologie, Fakultät Vetsuisse, Universität Bern
Gewisse Microsporum-Arten geben sich unter ultraviolettem Licht zu erkennen.
Beim Menschen erscheinen die erste Symptome zwischen ein und zwei Wochen nach der Infektion und sind ähnlich zu den bei Tieren beobachteten Zeichen: Juckreiz, schuppige rissige Haut, rote runde Läsion, Haarverlust. Es handelt sich um eine sehr verbreitete Krankheit, die gut therapierbar ist. Die Dermatophytose kann grundsätzlich die gesamte Bevölkerung befallen, Leute mit geschwächten Immunsystem bilden jedoch eine Risikogruppe.

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Typische rote runde Läsion beim Menschen.
Man kann die Infektionsrisiken durch verschiedene Alltagsvorkehrungen minimieren:
- Händewaschen: sich die Hände mit Seife waschen nach dem Spiel oder Streicheleinheitenmit einem Haustier.
- Hautpflege: eine saubere und trockene Haut bietet einen besseren Schutz gegen den Pilz.
- Sauberkeit: regelmässiges Staubsaugen, Feuchtwischen und Verwendung von Javelwasser reduzieren die Umgebungskontamination stark.
- Vorsicht: infizierte Tiere vermeiden; dies kann sich allerdings als schwierig erweisen, wenn diese keine Symptome zeigen.
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